Der berühmteste Autojournalist der Welt ist ganz aus dem Häuschen. Laut Jeremy Clarkson gibt es aufgrund der erdrückenden Vorschriften aus Brüssel kein einziges neues Auto mehr, das sich zu kaufen lohnt. Für diejenigen, die sich noch ein letztes Vergnügen gönnen wollen, bevor wir alle seelenlose chinesische Fahrzeuge fahren, hat er einen konkreten, aber dringenden Rat.
Wenn Jeremy Clarkson spricht, hört die Automobilwelt zu. In seiner jüngsten Kolumne für die Times lässt der britische Moderator nichts unversucht, um den aktuellen Zustand der Autoindustrie zu beschreiben. Seine Schlussfolgerung ist so hart wie klar: Er würde im Moment keine neuen Autos kaufen. Der Grund dafür ist nicht, dass die Motoren schlecht oder das Design enttäuschend sind, sondern die Einmischung der Regierung.
Seit Sommer 2022 müssen alle Neuwagen in der Europäischen Union (und das Vereinigte Königreich folgt) mit einer Reihe von aktiven Sicherheitssystemen, besser bekannt als ADAS, ausgestattet sein.
Laut Clarkson haben diese Systeme die Freude am Fahren gekonnt getötet. Egal, ob Sie in einen Ferrari, einen Aston Martin oder einen Maserati einsteigen, das Erlebnis wird ständig durch Pieptöne, Warnungen und Eingriffe am Steuer unterbrochen. Das Auto hat sich von einer Maschine, die Sie bedienen, in ein digitales Kindermädchen verwandelt, das Ihnen ständig auf die Finger klopft.
Die Liebe zur Giulia
Um seine Stimmung zu verbessern, beschloss Clarkson, zu einer alten Liebe zurückzukehren: der Alfa Romeo Giulia Quadrifoglio. Als sie 2016 vorgestellt wurde, schwärmte er in den höchsten Tönen von dieser italienischen Sportlimousine.
Damals bezeichnete er ihn als ein Auto, das besser sei als der BMW M3, ein seltenes Kompliment aus dem Mund von jemandem, der normalerweise der Bauqualität aus Italien kritisch gegenübersteht. Sein 510 PS starker V6, die perfekte Balance und die komfortable Federung machten ihn zu einem Meisterwerk.
Doch das Wiedersehen mit einem brandneuen 2024 endete mit einer Enttäuschung. Auch die Giulia musste sich den modernen Anforderungen beugen. Die Fahrt wurde zu einer Aneinanderreihung von Irritationen durch die elektronischen Wachhunde.
Schlimmer noch, Clarkson bemerkte, dass sich die Federung der neuen Version dramatisch verändert hat. Während das Original für seine samtige Dämpfung bekannt war, die Unebenheiten schluckte, fühlte sich die neue Version knochenhart an. Er beschrieb die Erfahrung auf der A40 bei Oxford als weniger komfortabel, als wenn man eine Treppe hinunterfällt.
Der letzte Ausweg
Doch die Schlussfolgerung seines Berichts ist nicht rein negativ. Vielmehr ist es ein Aufruf zum Handeln für den wahren Autoliebhaber. Clarkson argumentiert, dass wir an einem Scheideweg stehen. Die Zukunft scheint aus dem zu bestehen, was er als chinesische Kisten bezeichnet: austauschbare, elektrische Transportmittel ohne Seele, die Sie ohne jede Emotion von A nach B bringen.
Ihm zufolge bleibt denjenigen, die sich dem Erlöschen des Lichts widersetzen wollen, nur eine Möglichkeit. Kaufen Sie keine neue Giulia, sondern suchen Sie sich eine gebrauchte vor 2022. Diese Autos haben immer noch den Zauber, die Agilität und vor allem das Fehlen von bevormundender Software.
Es ist eine Chance, noch einmal in den Genuss einer brillanten Limousine mit Heckantrieb und einem Ferrari-Motor in der Front zu kommen, bevor Vorschriften und Elektrifizierung diese Art von Auto endgültig in die Geschichtsbücher verbannen. Das ist ein Ratschlag, der den Preisen auf dem Gebrauchtwagenmarkt wahrscheinlich nicht gut tun wird, aber für den Enthusiasten ist er sein Gewicht in Gold wert.
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