Jeder dachte, der Verbrennungsmotor hätte ausgedient, aber eine Gruppe von Ingenieuren aus Granada, Spanien, beweist das Gegenteil. Sie haben eine Energiequelle entwickelt, die so kompakt und effizient ist, dass selbst die Autogiganten Renault und Geely jetzt ernsthafte Vorteile darin sehen und die Technologie testen werden.
In der Welt der Verbrennungsmotoren hat sich seit hundert Jahren wenig Grundlegendes geändert. Wir kennen den Viertaktmotor, wir kennen den Zweitaktmotor, und das war’s dann auch schon. Aber in Südspanien arbeitet ein Startup namens INNengine an etwas, das alle Regeln bricht. Sie haben einen Motor entwickelt, der sich drastisch von allem unterscheidet, was wir kennen.
Das Konzept ist ebenso genial wie komplex. Anstelle von Kolben, die sich in einem Zylinder auf und ab bewegen und über Pleuelstangen eine Kurbelwelle antreiben, arbeitet dieser Motor mit gegenläufigen Kolben, die sich aufeinander zu bewegen.
Es gibt keine Kurbelwelle im herkömmlichen Sinne; die Kolben stoßen gegen eine rollende Scheibe, die die Drehbewegung erzeugt. Es sind auch keine Ventile, keine Zylinderköpfe und keine Nockenwellen erforderlich.
Das Ergebnis ist ein Motorblock, der 70 Prozent kompakter und leichter ist als ein herkömmlicher Motor mit vergleichbarer Leistung. Der INN-Motor wiegt so wenig und ist so klein, dass Sie ihn theoretisch in einen Koffer packen und mit in ein Flugzeug nehmen könnten.
Die großen Jungs steigen ein
Bis vor kurzem war dies ein interessantes Hobbyprojekt, das vor allem online Aufmerksamkeit erregte, aber jetzt wird es ernst. Horse, die von Renault, Geely und Aramco gegründete Motorenabteilung, hat angekündigt, dass sie die Technologie testen und validieren wird.
Das ist kein kleiner Junge: Horse baut Motoren für Millionen von Autos weltweit und hat 19.000 Mitarbeiter. Dass sie Interesse zeigen und ein Budget für die Validierung einplanen, bedeutet, dass die Technologie reif ist.
Das Interesse von Horse richtet sich vor allem auf die e-REX-Version des Motors. Mit einem Hubraum von nur 500 cm³ leistet dieser kleine Block bereits mehr als 120 PS, und das ohne Turbo oder Kompressor. Aber die wahre Kraft liegt in seiner Flexibilität.
Dank der variablen Verdichtung kann der Motor mit fast allem betrieben werden: Benzin, Wasserstoff oder synthetischen Kraftstoffen. Das System stellt sich in Echtzeit auf den eingespritzten Kraftstoff ein.
Der perfekte Reichweitenverlängerer
Ist dies also der Motor, der das Elektroauto ersetzen wird? Nein, wahrscheinlich nicht sofort. Aber er ist der perfekte Partner. Da der Motor vibrationsfrei läuft (die Kolben heben die Kräfte gegenseitig auf) und extrem kompakt ist, ist er ideal als Reichweitenverlängerer geeignet.
Er kann als effizienter Generator an Bord eines Elektroautos dienen und macht so bleischwere Akkus überflüssig. Sie fahren elektrisch, haben aber immer einen Mini-Generator dabei, der mit jedem Kraftstoff betrieben werden kann.
Die Tests beginnen jetzt an der Universität von Valencia. Wenn die Ergebnisse so gut sind, wie die Spanier behaupten, könnte dieser kleine Block durchaus die Rettung für den Verbrennungsmotor sein. Nicht als Hauptakteur, sondern als das ultimative, unsichtbare Kraftwerk, das dafür sorgt, dass wir nie wieder auf der Autobahn laden müssen.
Bildquelle: INNengine
