Die Preise für Werkswohnmobile schießen in die Höhe, aber der deutsche Abenteurer Marco Düsterhöft beweist, dass es auch anders geht. Mit einem Budget von nur 300 Euro, einem alten Kinderanhänger und einer gehörigen Portion Kreativität hat er sein eigenes Mini-Wohnmobil gebaut, das er hinter sein Elektrofahrrad stellt. Mit Strom und Heizung ausgestattet, fährt er sogar im Schnee.
Während viele Menschen von einem großen, luxuriösen Wohnmobil träumen, hat der 56-jährige Marco Düsterhöft eine ganz andere Vorstellung. Während der Corona-Pandemie, als das Reisen eingeschränkt war und seine Arbeit als Videofilmer ins Stocken geriet, beschloss er, seinen Traum von einem Wohnmobil zu verwirklichen.
Inspiriert von anderen Micro-Campern hat er einen winzigen Wohnwagen entworfen, den er selbst mit seinem E-Bike ziehen kann. Das Ergebnis ist ein einzigartiges kleines Fahrzeug von zwei Metern Länge, 83 Zentimetern Breite und 135 Zentimetern Höhe.
Hartschaum und ein alter Fahrradanhänger
Das Geheimnis hinter den niedrigen Kosten und dem geringen Gewicht liegt in der Wahl der Materialien. Wo andere schweres Holz oder teures Aluminium wählen, hat Düsterhöft den Aufbau seines Wohnmobils aus XPS-Platten gebaut. Der Camper wiegt leer 22 Kilogramm und reisefertig kommt er auf insgesamt 40 Kilogramm.
Dies ist ein Hartschaum-Isoliermaterial, das normalerweise im Bauwesen verwendet wird. Es ist extrem leicht, erstaunlich robust, wasserdicht und hält die Wärme sehr gut im Inneren. Für knapp hundert Euro hatte er genug Material für den gesamten Aufbau. Das Fahrgestell und die Räder? Die stammen einfach von einem ausrangierten Fahrradanhänger für Kinder.
Trotz des minimalistischen Ansatzes mangelt es nicht an Funktionalität. Das Dach ist mit einem Solarpanel ausgestattet. Dieses erzeugt tagsüber Strom für die Beleuchtung, das Aufladen seiner Kameraausrüstung und sogar einen kleinen Wasserkocher.
Da das Isoliermaterial die Wärme gut speichert, reicht eine 12-Volt-Wärmedecke aus, um ihn durch die Nächte zu bringen, selbst beim Camping im Schnee.
Die harte Realität für seine Frau
Obwohl Marco das spartanische Leben in der Natur sichtlich genießt und seine Videos in den sozialen Medien millionenfach angesehen werden, ist die Realität nicht für jeden so idyllisch.
Seine Frau Claudia teilt seine Liebe zur Natur und half dabei, ein zweites, rosafarbenes Exemplar speziell für sich zu bauen. Sie entdeckte jedoch bald, dass die klaustrophobischen Dimensionen nichts für sie waren.
Selbst bei geöffneter Tür war es für sie ein Alptraum, in dem extrem beengten Raum zu schlafen. Ihr Exemplar steht jetzt unbenutzt in der Einfahrt. Für Marco ist das jedoch ein Grund, wieder ans Zeichenbrett zu gehen: Sein nächstes Projekt wird eine etwas breitere Version mit einem ausziehbaren Teil sein, um Platz für das Paar und ihren Hund zu schaffen. Bis dahin strampelt er fröhlich mit seinem 300 Euro teuren fahrenden Schlafzimmer weiter.
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